Nachdenkraum

Weitere Modalitäten

Zeitproblematik
Das dreistufige Ermahnungs- und Verweisverfahren bei der wiederholten Unterrichtsstörung und der sofortige Verweis bei einer massiven Störung werden unabhängig von der verbleibenden Unterrichtszeit gehandhabt.
Sollte ein Verweis in den letzten 15 Minuten der Stunde erfolgen, wird der/die Schüler/in ergänzend informiert, dass der ausgesprochene Verweis auch für die nächste Unterrichtstunde der verweisgebenden Lehrkraft..
Zu Beginn der folgenden Stunde erhält der/die Schüler/in wieder einen Laufzettel und - sofern möglich - Einzelaufgaben. Er/sie geht dann sofort in den Nachdenkraum.

Kontrolle
Der Laufzettel enthält den Namen des/r Schülers/in, die Klasse, die Uhrzeit des Verweises und den Grund des Verweises (Ankreuzliste). Der Laufzettel wird im Nachdenkraum abgegeben. Nach Ende der Stunde erhält der/die Schüler/in eine Kopie des Laufzettels zurück, auf dem die Ankunftszeit, die Entlassungszeit und eventuelle Besonderheiten vermerkt sind. Diese Kopie ist zusammen mit dem Nachdenkprotokoll dann dem/der jeweiligen Kollegen/in zu Beginn seiner/ihrer nächsten Fachstunde unaufgefordert vorzulegen.
Gibt es gravierende Vorkommnisse während der Zeit im Nachdenkraum, erhält der betreffende Fachlehrer Mitteilung über ein Kurzprotokoll und ein Gespräch mit dem/der Kollegen/in aus dem Nachdenkraum.

Aufgaben und Arbeit im Nachdenkraum
Der Verweis eines Schülers oder einer Schülerin in den Nachdenkraum soll neben der Befriedung des Unterrichts auf seiner/ihrer Seite zweierlei erreichen: Einerseits soll aus erzieherischen Gründen ihm/ihr unmissverständlich gezeigt werden, dass wiederholte oder massive Unterrichtsstörungen an der FES nicht weiter geduldet werden und spürbare Konsequenzen nach sich ziehen. Andererseits soll der Nachdenkraum in Anlehnung an Balke Impulse zur Einsicht in das Fehlverhalten geben, die möglicherweise verhaltenskorrigierend wirkt.
Entsprechend muss der/die verwiesene Schüler/in im Nachdenkraum zunächst ein „Nachdenkprotokoll“  (Anhang) bearbeiten, das als Kopie dem Fachlehrer über den/die Schüler/in zugeht. Bleibt dann noch Zeit, müssen die Schüler/innen fachbezogene Arbeitsblätter aus den Ordnern im Nachdenkraum bearbeiten und dem/der Fachlehrerin zu Beginn der nächsten Stunde vorzeigen.

 
Konsequenzen

Verweise in den Nachdenkraum
Der Verweis ist im Kontext unseres Ordnungsrahmens immer gekoppelt an eine Verwarnung. Der/die verweisgebende Kollege/in füllt nach der Stunde in aller Kürze (Ankreuzverfahren) ein Formblatt aus, das er/sie als Mitteilung an die Eltern verschickt. Eine Kopie erhält der/ie Schulzeigleiter/in umgehend.. Dieser/diese legt dann dieses Formblatt im Missbilligungsordner ab, der von ihm/ihr verwaltet und gepflegt wird.
Entsprechend unserem Ordnungsrahmen wird mit der 3. Verwarnung ( z.B. 3 Verweise in den Nachdenkraum) gleichzeitig eine Missbilligung von der Schulleitung ausgesprochen und an die Erziehungsberechtigten verschickt. Es folgt auf Einladung des/der verantwortlichen Schulzweigleiters/in ein Gespräch mit dem /der Schüler/in, den Erziehungsberechtigten und dem/der Klassenlehrer/in.
Die Missbilligung hat zur Folge, dass der/die Schülerin in der Bewertung des Sozialverhaltens im folgenden Zeugnis nur noch max.  „ausreichend“ bekommen kann.
Die nächste Verwarnung, die auf die erste Missbilligung folgt, führt automatisch zu einer Klassenkonferenz mit dem Antrag auf Erteilung einer Ordnungsmaßnahme. Es ist dabei unerheblich, welche Regelverletzungen vorgekommen sind. Die Verwarnungen sind grundsätzlich gleichwertig.
Für die Bewertung des „Sozialverhaltens“ des/r Schülers/in bedeutet das im folgenden Zeugnis automatisch „mangelhaft“ oder „ungenügend“.

Fehlverhalten des/r Schülers/in bei oder nach der Erteilung des Verweises
Protestiert und provoziert der/die Schüler/in bei der Erteilung des Verweises so, dass die Unterrichtssituation zusätzlich gestört wird, ergeht die zweite Verwarnung. Sollte der Schüler sich weigern, den Verweis zu befolgen, ergeht sofort eine Missbilligung. Dies gilt auch für den Fall, dass der/die Schüler/in abfällige Kommentare zu der Entscheidung gibt oder die Lehrkraft provoziert oder gar beleidigt.
Verlässt der/die Schüler/in nach Erteilung des Verweises die Klasse und geht nicht in den Nachdenkraum, erhält er sofort eine Missbilligung, da er nach seinem Verweis in den Trainingsaum zwei weitere verwarnungspflichtige Regelverletzungen begangen hat: Er/sie hat eine Anweisung in einem schweren Fall missachtet und ist unerlaubt dem Unterricht ferngeblieben.

Fehlverhalten im Nachdenkraum
Eine zusätzliche Verwarnung wird sofort, ohne vorherige Ermahnung, erteilt, wenn die Regeln des Trainingsraums nicht beachtet werden. Eine Missbilligung erfolgt dann, wenn Lehrkräfte oder Mitschüler/innen beleidigt werden und/oder der Raumfriede gebrochen wird.

Erfahrungen anderer Schulen
Nach Sichtung der zahlreichen Webveröffentlichungen von anderen Schulen in Deutschland findet sich dieses Sanktionsverfahren im Mittelfeld der „Strenge“ und orientiert sich im Grundsatz an dem Konsens in der modernen  Lern- und Entwicklungspsychologie: Konsequenzen für Kinder und Jugendliche sind danach keine Strafmaßnahmen, sondern  pädagogische Chancen, erfahrungsorientiert eigenes Verhalten einzuordnen und zu korrigieren.


Besetzung des Nachdenkraums

Der Nachdenkraum wird an 5 Tagen von der 1. bis zur 6. Stunde besetzt sein. Die Besetzung des Raumes ist nicht nur eine Aufsichtsaufgabe, sondern vor allem eine pädagogische Arbeit, die den Einsichtsprozess der verwiesenen Schüler/innen - bei aller gebotenen Distanz und Konsequenz - unterstützt und pädagogische Nähe anbietet.

Diese Aufgaben können nur von Kolleginnen und Kollegen übernommen werden, die mit dem Konzept und den Regeln des Nachdenkraums vertraut sind. Deshalb soll zunächst ein überschaubares Nachdenkraum – Team zusammengestellt werden, das sich qualifizieren und eng miteinander kooperieren kann. Dieses Team soll dann aufgrund der laufenden Erfahrungen schrittweise möglichst viele Kolleginnen und Kollegen in diese Arbeit einbeziehen.
Die Betreuung und Verwaltung des Trainingsraums soll federführend in den Händen unserer Schulsozialarbeiterin liegen.
Gemeinsam mit unseren außerschulischen pädagogischen Fachkräften soll sie mindestens die Hälfte der 30 Stunden übernehmen.
Die anderen 15 Stunden werden von Kolleginnen und Kollegen übernommen. Bei einem wöchentlichen Einsatz wird eine Anrechnung von 1:0,5 wirksam. Gibt es rotierende/sporadische Einsätze von Kolleginnen und Kollegen, die diese Arbeit unterstützen möchten, werden diese entsprechend auf das Vertretungsdeputat angerechnet.


Verpflichtung

Die Lehrkräfte der angeschlossenen Klassen, die sich des Nachdenkraums in ihrem Unterricht bedienen wollen, sind gehalten, sich in eine entsprechende Liste einzutragen und das Regelwerk des Nachdenkraums anzuerkennen und zu praktizieren. Dazu ist die Teilnahme an notwendigen pädagogischen Besprechungen zur Begleitung und Evaluation des Nachdenkraums verpflichtend.