Klaus Schickedanz geht in den Ruhestand

Veröffentlicht: Sonntag, 05. Februar 2017 12:42
Geschrieben von Adelheid Johannsen
Zugriffe: 597

Annähernd 30 Jahre war Klaus Schickedanz im Schulleben der Friedrich-Ebert-Schule präsent. Als er im Jahre 1989 als Lehrer mit den Fächern Deutsch und Politik und Wirtschaft an die Schule kam, gab es weder ein Gebäude H, in das später die Förderstufe einzog, noch eine Oberstufe noch eine Mensa. Die Jahrgänge 5 und 6 wurden in den Räumen der Goetheschule unterrichtet.

Jetzt, 2017, sieht es anders aus, und Klaus Schickedanz war maßgeblich an der vielfältigen Entwicklung beteiligt.

In den Neunziger Jahren galt es, mit Kollegen und Stadträten die Oberstufe aufzubauen, was mit ihrem Einzug in die Lessingschule und ihrer Einweihung im Jahre 1996 den krönenden Abschluss fand. Unter Klaus Schickedanz\' Federführung wurde der sog. Lessingkeller zum vielgenutzten Gemeinschaftsraum in der Regie der Oberstufenschüler und zu einem kleinen Schmuckstück.

Parallel dazu entstand der sog. Pädagogische Mittagstisch im Bistro der Sport- und Kulturhalle, der sukzessive bis zum Jahre 2001 zu einer 5-tägigen Mittagsbetreuung nach dem Konzept “Schüler kochen für Schüler” ausgebaut wurde. Auch hier zeichnete Klaus Schickedanz verantwortlich, im Team mit dem damaligen Schulleiter Dieter Topitsch und den Lehrerinnen der Hauswirtschaft, die für die praktische Umsetzung des Konzeptes sorgten.

Dann, inzwischen zum Pädagogischen Leiter der Schule ernannt, legte sich Klaus Schickedanz für die Ganztagsschule ins Zeug.

Zunächst starteten einzelne Klassen als Ganztages-Klassen, die den Kindern an drei Nachmittagen im Rahmen der sog. “Familienfreundlichen Schule”, ab 2001 im Rahmen der “Ganztagsschule nach Maß” Betreuung boten. Das bis dahin wenig genutzte Gebäude C wurde zu einem ansprechenden pädagogischen Zentrum mit Räumen für die Hausaufgabenbetreuung und weitere  Aktivitäten am Nachmittag. Mit der Eröffnung der Mensa im Jahre 2007 wurde sodann die Ausweitung des Ganztagesangebotes auf fünf Tage die Woche möglich, nach wie vor nach dem ursprünglichen Konzept \"Schüler kochen für Schüler\".

Seit 2014 hat sich Klaus Schickedanz als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Neukonzeption der Mensa angenommen. Inzwischen wird der Mittagstisch an sechs verschiedenen Stationen angeboten und schafft eine Diversität, die den Bedürfnissen entgegen kommt, dazu in Bio-Qualität. Die kürzlich verliehene Urkunde zur Biozertifizierung bestätigt die Qualität der Produkte und ist einmalig im Landkreis. Immer auch hat Klaus Schickedanz eine Mensa der Schule als Herzstück der Schule gesehen und als Chance der pädagogischen Entwicklung. Auch jetzt sind Schüler/innen eingebunden in die Zubereitung der Speisen und darüber hinaus gibt es  - auch hier auf seine Anregung hin - einen von Schüler/innen bestrittenen Mensa-Service.

Als Pädagogischer Leiter lag ihm die pädagogische Ausrichtung der Schule am Herzen. So wurde das Konzept der Sozialwirksamen Schule, an Bayrischen Schulen erprobt, an die Bedürfnisse der FES angepasst und im Team mit Klaus Schickedanz implementiert. Auch gelang, den mehr und mehr drängenden Erfordernissen entsprechend, der Aufbau der Schulsozialarbeit.

Sein Herz hängt, daraus macht Klaus Schickedanz kein Hehl, an der Ganztagsschule.

Für ihn ist sie die Schulform der Zukunft als Ort der Umsetzung bildungspolitischer Ziele, als einem Ort, der Antworten gibt auf soziale und gesellschaftliche Anforderungen unserer Zeit wie Integration, Förderung und Hebung der Schüler-Potentiale. Der Aufbau des sog. Verbundes, ab dem Jahre 2010 als Pilot-Projekt im Kreis Darmstadt Dieburg gefördert, als einer Schulform, die den unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten der Schüler/innen gerecht zu werden versucht, war da nur konsequent. Allerdings, das betont Klaus Schickedanz,  gehört dazu nicht nur die strukturelle und materielle Ausstattung, dazu gehört vor allem der kollegiale Konsens, denn diese Schulform will “von innen” getragen sein. “Ganztagsschule ist eben mehr als Suppenausgabe und Kioskbesuch in der Mittagszeit.”

Seit 2007 war der Visionär Klaus Schickedanz, der sich Schule nie nur als Lern-, sondern besonders auch als Lebensort gewünscht und dahin entwickelt hat, Berater für die Ganztagsschulen am Schulamt Darmstadt und Darmstadt-Dieburg.